IGeL-Leistungen beim Kinderarzt: Was taugen Plusoptix-Sehtest & U10/U11 wirklich?
Jens Rusteberg
MBA & Gesellschafter-Geschäftsführer
Veröffentlicht am 03.08.2026
Bildquelle: KI Generiert
Nicht jede sinnvolle Untersuchung beim Kinderarzt wird von der Krankenkasse bezahlt. Erfahren Sie, warum Zusatzleistungen wie der Plusoptix-Sehtest oder die U10/U11 wichtig sind und wie Sie die Kosten clever absichern.
Krankenzusatzversicherung und IGeL-Leistungen beim Kinderarzt.
Viele Eltern sind beim Besuch in der Kinderarztpraxis überrascht: Obwohl der Arzt eine bestimmte Untersuchung ausdrücklich empfiehlt, übernimmt die gesetzliche Krankenkasse (GKV) die Kosten dafür nicht. Diese sogenannten Individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) müssen aus eigener Tasche bezahlt werden, bzw. werden durch eine ambulante Krankenzusatzversicherung für Kinder übernommen. Doch welche dieser Selbstzahlerleistungen sind für die kindliche Entwicklung wirklich sinnvoll – und wie lassen sich die Kosten auffangen?
Der Plusoptix-Sehtest: Frühwarnsystem für Kinderaugen
Eine der am häufigsten angebotenen IGeL-Leistungen ist das Amblyopie-Screening, oft durchgeführt mit einem speziellen Gerät namens "Plusoptix". Da kleine Kinder Sehschwächen nicht selbst bemerken und ein Auge die Schwäche des anderen oft unbemerkt ausgleicht, bleiben Sehfehler lange unentdeckt.
Das Plusoptix-Gerät misst die Augen in Sekundenschnelle aus einem Meter Entfernung – völlig schmerzfrei und schon im Kleinkindalter, lange bevor das Kind Buchstaben auf einer Tafel erkennen könnte. Wird eine Schwachsichtigkeit frühzeitig (am besten vor dem 4. Lebensjahr) erkannt, ist sie in den meisten Fällen fast vollständig heilbar. Die GKV zahlt dieses moderne Screening jedoch oft nur, wenn bereits ein konkreter Verdacht oder eine familiäre Vorbelastung vorliegt. Als IGeL-Leistung kostet der Test meist zwischen 20 und 40 Euro.
U10 und U11: Die wichtige Lücke in der Grundschulzeit schließen
Ein weiteres großes Thema sind die zusätzlichen Vorsorgeuntersuchungen U10 (für 7- bis 8-Jährige) und U11 (für 9- bis 10-Jährige). Das reguläre Kassenprogramm weist hier eine massive Lücke auf: Nach der U9 (mit rund 5 Jahren) sieht die GKV die nächste Pflichtuntersuchung erst wieder bei der J1 (mit 12 bis 14 Jahren) vor.
In der Zwischenzeit passiert jedoch enorm viel:
- Schuleintritt und Leistungsdruck: Gibt es Lese-Rechtschreib-Schwächen oder Anzeichen für ADHS?
- Körperliche Entwicklung: Entstehen durch langes Sitzen in der Schule Haltungsschäden?
- Soziales & Verhalten: Wie geht das Kind mit Stress und Medienkonsum um?
Die U10 und U11 setzen genau hier an und bieten Ärzten die Möglichkeit, Entwicklungsstörungen frühzeitig entgegenzuwirken. Da sie keine reguläre GKV-Leistung sind, stellen Ärzte hierfür oft zwischen 50 und 80 Euro privat in Rechnung.
Was kostet eine ambulante Krankenzusatzversicherung für mein Kind?
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Wie Sie sich vor den Kosten schützen
Zählt man die sinnvollen IGeL-Leistungen im Laufe einer Kindheit zusammen, kommen schnell mehrere hundert Euro zusammen. Wer seinem Kind die bestmögliche Vorsorge bieten möchte, ohne bei jedem Termin die EC-Karte zücken zu müssen, ist mit einer ambulanten Kinder-Zusatzversicherung bestens beraten.
Leistungsstarke Tarife übernehmen nicht nur die Kosten für moderne Sehtests und die erweiterten U-Untersuchungen, sondern oft auch Aufwendungen für Naturheilverfahren oder Zuzahlungen für Brillen. So ist sichergestellt, dass medizinische Entscheidungen im Sinne des Kindes getroffen werden – und nicht vom Budget der gesetzlichen Kasse abhängen.
Häufige Fragen zu IGeL Leistungen beim Kinderarzt
Einige wenige Krankenkassen erstatten die Kosten für die U10 und U11 im Rahmen von freiwilligen Satzungsleistungen oder speziellen Bonusprogrammen. Da dies jedoch keine gesetzliche Pflichtleistung ist, variiert die Handhabung von Kasse zu Kasse enorm. Eine Nachfrage lohnt sich, jedoch bietet nur eine private Zusatzversicherung verlässliche Planungssicherheit.
Ja, für Babys und Kleinkinder ist er deutlich überlegen. Der Standard-Sehtest erfordert oft die aktive Mitarbeit des Kindes (z. B. das Erkennen von Symbolen). Das Plusoptix-Gerät misst die Brechkraft der Augen vollautomatisch, objektiv und sekundenschnell, wodurch Sehfehler und Schielen viel früher und präziser erkannt werden können.
Ja, selbstverständlich. IGeL-Leistungen sind immer freiwillig. Der Kinderarzt darf Sie nicht drängen und Ihr Kind wird bei einer Ablehnung auch weiterhin die volle gesetzliche Regelversorgung erhalten. Dennoch sollten Sie bei ärztlichen Empfehlungen abwägen, ob die zusätzliche Untersuchung für die individuelle Entwicklung Ihres Kindes sinnvoll ist.
Der beste Zeitpunkt für den Abschluss ist so früh wie möglich – idealerweise direkt nach der Geburt. Zu diesem Zeitpunkt sind in der Regel noch keine Vorerkrankungen oder Entwicklungsstörungen dokumentiert. Das bedeutet, dass Sie die Versicherung ohne Leistungsausschlüsse oder Risikozuschläge abschließen können und sofort von der Kostenübernahme für wichtige Vorsorgeuntersuchungen profitieren.