Kostenerstattung ohne GKV-Vorleistung: Welche Tarife zahlen trotzdem?
Auch versichert, wenn die GKV nichts zahlt
Auch versichert, wenn die GKV nichts zahlt
Je nach Tarif werden auch Kosten übernommen, wenn die gesetzliche Krankenkasse keine Vorleistung erbringt - bis zu 100 Prozent.
8 ambulante Tarife von 7 Gesellschaften vergleichen
8 ambulante Tarife von 7 Gesellschaften vergleichen
ACIO hat sieben Versicherern im Vergleich, die DKV bietet mit KAMP und BMG zwei unterschiedliche Tarifkonzepte.
40, 50, 60, 80, 85 oder 100 Prozent?
40, 50, 60, 80, 85 oder 100 Prozent?
Wie hoch die Erstattung ohne GKV-Vorleistung ausfällt, unterscheidet sich erheblich. Vergleichen Sie dieses wichtige Leistungsmerkmal.
100 Prozent sind nicht automatisch jede Rechnung
100 Prozent sind nicht automatisch jede Rechnung
Die Tarifbedingungen bleiben entscheidend, wichtig sind GOÄ-Grenzen, Selbstbehalte und besondere Voraussetzungen für einzelne Behandlungen.
Was bedeutet Erstattung ohne GKV-Vorleistung?
- Die gesetzliche Krankenkasse: Sie erhalten von Ihrem Arzt eine Privatrechnung und reichen diese zunächst bei Ihrer gesetzlichen Krankenkasse ein. Soweit eine erstattungsfähige Kassenleistung vorliegt, beteiligt sich die GKV im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben.
- Die private Zusatzversicherung: Danach reichen Sie die Rechnung zusammen mit dem Erstattungsnachweis bei Ihrer privaten Kostenerstattungsversicherung ein. Diese übernimmt entsprechend dem gewählten Tarif einen weiteren Teil der Kosten.
Warum kann die GKV-Vorleistung fehlen?
7 Versicherer - aber sehr unterschiedliche Leistungen
So unterscheiden sich die Tarife ohne GKV-Vorleistung
- Barmenia AK+: Der Barmenia AK+ erstattet bei vorhandener GKV-Vorleistung die tariflich vorgesehenen Restkosten. Leistet die gesetzliche Krankenkasse dagegen nicht, erfolgt aus dem AK+ ebenfalls keine Erstattung. Für Versicherte, die gezielt reine Privatärzte oder andere Behandlungen ohne Kassenbeteiligung nutzen möchten, ist dieser Unterschied besonders relevant.
- SDK AG80: Beim SDK AG80 werden ohne Vorleistung der gesetzlichen Krankenkasse grundsätzlich 40 Prozent der tariflich erstattungsfähigen Aufwendungen übernommen. Damit besteht auch ohne Beteiligung der Krankenkasse ein Versicherungsschutz, ein größerer Teil der Rechnung verbleibt jedoch zunächst beim Versicherten.
- R+V AGU: Auch der R+V Tarif AGU sieht bei fehlender GKV-Vorleistung grundsätzlich eine Erstattung von 40 Prozent der tariflich erstattungsfähigen Aufwendungen vor. Neben dem Prozentsatz sollten bei diesem Tarif auch der Selbstbehalt und die für einzelne Leistungsbereiche geltenden Bedingungen berücksichtigt werden.
- Württembergische AKU: Der ambulante Kostenerstattungstarif AKU der Württembergischen erstattet ohne Vorleistung der gesetzlichen Krankenkasse 50 Prozent der tariflich erstattungsfähigen Aufwendungen. Damit liegt die Absicherung bei fehlender GKV-Beteiligung oberhalb der 40-Prozent-Tarife, erreicht aber nicht das Leistungsniveau der stärker auf Behandlungen ohne Kassenleistung ausgerichteten Tarife.
- ARAG 182: Beim ARAG Tarif 182 beträgt die Erstattung ohne GKV-Vorleistung 60 Prozent der tariflich erstattungsfähigen Aufwendungen. Damit übernimmt der Versicherer auch bei vollständig fehlender Kassenleistung mehr als die Hälfte der erstattungsfähigen Rechnung.
- Münchener Verein 723: Der Münchener Verein 723 erstattet grundsätzlich 80 Prozent der tariflich erstattungsfähigen Aufwendungen - auch wenn die gesetzliche Krankenkasse keine Vorleistung erbringt. Für die Leistungsprüfung kann ein Nachweis über die fehlende GKV-Leistung erforderlich sein.
- DKV KAMP 1: Der DKV KAMP 1 bietet eine höhere Absicherung bei fehlender GKV-Vorleistung. Der Tarif erstattet in diesem Fall grundsätzlich 85 Prozent der tariflich erstattungsfähigen Aufwendungen. Damit verbleiben bei einer vollständig erstattungsfähigen Rechnung rechnerisch 15 Prozent beim Versicherten, bevor beispielsweise ein vereinbarter Selbstbehalt berücksichtigt wird.
- DKV BMG: Die BMG Tarife der DKV unterscheiden sich insbesondere durch ihre unterschiedlichen Selbstbehaltsstufen. Bei der Leistung ohne GKV-Vorleistung bieten sie jedoch ein besonders hohes Leistungsniveau. Für tariflich erstattungsfähige ambulante Aufwendungen sind grundsätzlich 100 Prozent Erstattung auch ohne Vorleistung der gesetzlichen Krankenkasse vorgesehen. Bei einzelnen Leistungsbereichen können zusätzliche Voraussetzungen gelten. Beispielsweise kann bei Psychotherapie ohne GKV-Vorleistung eine vorherige Leistungszusage erforderlich sein.
Jetzt vergleichen und sparen!
- Kostenerstattungsverfahren vergleichen
- Top-Leistungen - Erstattung ohne GKV-Vorleistung
- Informieren und ihren Testsieger Tarif finden
Online-Rechner
Kostenerstattung
Von 0 bis 100 Prozent: Was bedeutet das konkret?
Tarif
Erstattung ohne GKV-Vorleistung
Erstattung bei 1.000 Euro Rechnung
Die ACIO Auswahl: bis 50, mindestens 70, mindestens 80 oder 100 Prozent
- Bis 50 Prozent: berücksichtigt Tarife mit einer eher grundlegenden Absicherung bei fehlender Kassenleistung.
- Mindestens 70 Prozent: grenzt die Auswahl auf Tarife mit einer deutlich höheren Eigenleistung des privaten Versicherers ein.
- Mindestens 80 Prozent: eignet sich besonders für Versicherte, denen eine hohe Erstattung auch außerhalb der klassischen Kassenversorgung wichtig ist.
- 100 Prozent: berücksichtigt gezielt Tarife, die im Rahmen ihrer Bedingungen eine vollständige Erstattung der tariflich erstattungsfähigen Aufwendungen auch ohne GKV-Vorleistung vorsehen.
Wann ist eine hohe Leistung ohne GKV-Vorleistung besonders wichtig?
Warum 100 Prozent Erstattung nicht automatisch jede Rechnung bedeutet
- Gebührenordnung für Ärzte: Ein Tarif kann 100 Prozent erstatten, gleichzeitig aber die erstattungsfähige Rechnungshöhe begrenzen. Andere Tarife können bei medizinischer Notwendigkeit auch Leistungen oberhalb des üblichen GOÄ-Höchstsatzes vorsehen.
- Selbstbehalte: Auch Selbstbehalte beeinflussen den Betrag, den Sie letztlich selbst tragen.
- Einzelne Leistungsbereiche: Hinzu kommen besondere Regelungen für Psychotherapie, Heilmittel, Hilfsmittel, Arzneimittel oder Vorsorgeuntersuchungen.
Privatarzt ohne Kassenzulassung und GKV-Vorleistung sind zwei verschiedene Themen
Tarife nach Erstattung ohne GKV-Vorleistung vergleichen
Sprechen Sie mit unseren Experten.
Kostenlos, transparent und ehrlich – wir nehmen uns Zeit für Ihre Fragen.
Kostenerstattung - Fragen und Antworten (FAQ)
Fragen zur Kostenerstattung ohne GKV-Vorleistung
Was bedeutet ohne GKV-Vorleistung?
Von fehlender GKV-Vorleistung spricht man, wenn Ihre gesetzliche Krankenkasse für eine eingereichte Privatrechnung keinen Betrag erstattet. Ob und in welcher Höhe Ihre private Kostenerstattungsversicherung anschließend leistet, hängt vom gewählten Tarif ab.
Welche Kostenerstattungstarife zahlen auch ohne GKV-Vorleistung?
Bei den von ACIO verglichenen ambulanten Tarifen gibt es unterschiedliche Leistungsstufen. Sie reichen von keiner Erstattung beim Barmenia AK+ über 40, 50, 60, 80 und 85 Prozent bis zu 100 Prozent bei den DKV BMG Tarifen. Entscheidend sind immer die vollständigen Tarifbedingungen.
Welche Versicherung zahlt 100 Prozent ohne GKV-Vorleistung?
Innerhalb der aktuell von ACIO verglichenen ambulanten Kostenerstattungstarife sehen die DKV BMG Tarife grundsätzlich 100 Prozent Erstattung der tariflich erstattungsfähigen Aufwendungen auch ohne GKV-Vorleistung vor. Je nach gewählter BMG Variante gelten unterschiedliche Selbstbehalte.
Zahlt die Zusatzversicherung beim Privatarzt ohne Kassenzulassung?
Das hängt vom Tarif ab. Leistet die gesetzliche Krankenkasse für die Behandlung nicht, benötigen Sie einen Kostenerstattungstarif, der auch ohne GKV-Vorleistung eine Erstattung vorsieht. Zusätzlich müssen Arzt und Behandlung nach den jeweiligen Tarifbedingungen erstattungsfähig sein.
Sind 100 Prozent ohne GKV-Vorleistung immer besser als 80 oder 85 Prozent?
Ein höherer Erstattungssatz reduziert grundsätzlich den möglichen Eigenanteil. Für einen vollständigen Tarifvergleich müssen jedoch auch Beitrag, Selbstbehalt, GOÄ-Regelungen und der übrige Leistungsumfang berücksichtigt werden.
Was bedeutet 100 Prozent Erstattung ohne GKV-Vorleistung genau?
100 Prozent bedeutet, dass der Versicherer die nach seinen Tarifbedingungen erstattungsfähigen Aufwendungen vollständig übernehmen kann, obwohl die GKV nichts bezahlt. Es bedeutet nicht automatisch, dass jede beliebige Rechnung unabhängig von Gebührenhöhe, Leistungsart oder weiteren Tarifvoraussetzungen übernommen wird.
Muss eine Rechnung zuerst bei der gesetzlichen Krankenkasse eingereicht werden?
Das kann für die Leistungsprüfung erforderlich sein. Je nach Versicherer und Tarif kann beispielsweise ein Erstattungsnachweis, ein Ablehnungsschreiben der Krankenkasse oder ein anderer Nachweis darüber verlangt werden, dass keine GKV-Leistung besteht.
Welcher Erstattungssatz ohne GKV-Vorleistung ist sinnvoll?
Wer bewusst auch reine Privatärzte, Spezialisten oder Leistungen außerhalb der regulären Kassenversorgung nutzen möchte, sollte einer hohen Erstattung ohne GKV-Vorleistung besonderes Gewicht geben. Wer das Kostenerstattungsverfahren überwiegend beim normalen Vertragsarzt einsetzt, kann dagegen andere Tarifmerkmale stärker gewichten.
Jens Rusteberg
MBA & Gesellschafter-Geschäftsführer